Die Falle des Suchenden

6. September 2011 at 19:14 PM Hinterlasse einen Kommentar

Der Suchende steckt in einer Falle. Weil er oder sie sucht und noch nicht gefunden hat, beschäftigt man sich mit diesem und jenem. In der spirituellen und dort besonders esoterischen und okkulten Szene gibt es so viel auszuprobieren. Da gibt es die Mediation auf diese Art, das Atmen nach jener, Sitzungen mit astralen Welten oder einfach profanen, Steine und Kristalle, dem Streit um die Unterschiede und Besserheiten der Religionen, den Mond und weitere Himmelskörper, Zahlen, Symbolik und vieles, vieles, vieles, vieles mehr… die Zahl ist so immens groß, dass der Suchende genug Zeit verschwendet, das Richtige zu “suchen”, aber das Sein übersieht.

Ein Freund hat gesagt: “In theory, there is no difference between theory and practice. But in practice, there is.”

Solange ich suche, bin ich mit dem Verstand verbunden. Und der Verstand kann nicht über seine eigenen Limitationen hinwegsehen. Das logisches Denken, das Ursprung, Bestätigung und Ziel seiner eigenen Welt und Schöpfung ist, kann durch den Verstand selbst nicht überschritten werden.

Es ist faszinierend, sich mit dem Verstand zu beschäftigen, keine Frage und ich möchte hier nicht falsch verstanden werden. Die Logik wird durch das Schulsystem, die berufliche und besonders wissenschaftliche Ausbildung, tief in den Menschen der westlichen Welt eingeprägt. Mit der Geburt, dem Aufwachsen in dieser Welt verbinden wir uns mit dieser Ebene des Bewußtseins. Es ist eine Faszination, wofür man alles neugierig sein kann. Und dennoch ist es nicht die größte Errungenschaft.

“Ich denke, also bin ich” ist dann auch eine der bekanntesten, aber gleichzeitig falschen Aussagen. Wenn man “Sein” und “Denken” zusammenbringen möchte, müsste es heißen: “Ich bin, also denke ich”, oder “Ich bin”. Besser ist noch “Ich”.

Mache ich die Welt des Verstandes zum Höchsten, dann limitiere ich mich gleichzeitig im spirituellen Fortkommen. Denn wenn es Hürden in der persönlichen und karmischen Entwicklung eines jeden Selbst gibt, dann ist die Hürde vom Bösen zum Guten, vom Destruktiven zum Konstruktivem wesentlich und sehr schwierig. Die nächste Hürde ist jene, die Logik und die Vernunft zu überwinden und in das Bewusstsein oder die Kenntnis zu kommen. Dann nutzt man den Verstand für seine guten Seiten, amüsiert sich auch über die Eigenheiten, aber hält sich daran nicht auf. In der restlichen Zeit befindet man sich im Sein und erfährt das Selbst.

Das “Ich” darf dann nicht mit dem EGO verwechselt werden, das Teil des Verstanden und der Dualität ist. Im “Ich” erfahre ich das Sein ohne Gegensätze, lasse das Göttliche zu… Das ist anfangs sehr schwierig. Dann darf auch “Ich bin” verwendet werden, verstanden als “Gott ist” während Ich und Gott gleichzusetzen sind. Aber schon in der Bestätigung des “Ich bin” eigne ich dem Sein etwas zu, was es letztendlich nicht ist. Das Sein tut nichts in seinem Wesen sondern ist ganz und gar wie es ist. Indem ich sage, “Ich bin” könnte man schon dazu neigen zu sagen “Ich gehe” oder “Ich sitze” und bin schon wieder im Verstand verstrickt. Das EGO ist so wunderbar.

“Ich”

Amen.

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Zum Nachdenken

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