Mysterium des Erschaffens

27 August 2008

Seit einiger Zeit trage ich das folgende (scheinbare) Dilemma mit mir herum: Wie kann das menschliche Bewusstsein steigen, wenn zunehmend Tendenzen von Krieg, Krankheit und Leid vorkommen?

Überall hört und liest man, dass das Bewusstsein der Menschheit “steigt”, umfassender wird oder einfach bewusster wird. Das schreibt z. B. Swami Sri Yukteswar in Die Heilige Wissenschaft und verfolgt dabei eine alte Tradition, in der man die Entwicklung des Dharma in Yugas unterteilt. Dharma bedeutet soviel wie Sitte, Recht und Gesetz, ethische und religiöse Verpflichtungen und ist auch ein Ausdruck für Moral. In der höchsten Entwicklungsstufe kann “der menschliche Intellekt, selbst Gott, den GEIST jenseits der sichtbaren Welt, begreifen” (Seite 14). Ein voller Kreislauf wird dabei in 24000 Jahren durchlaufen, 12000 sind davon aufsteigend und 12000 Jahre sind absteigend. Nach diesem hinduistischen Gedankengut befinden wir uns derzeit im aufsteigenden Zeitalter.

Dr. David R. Hawkins erklärt in seinem Buch Power Vs. Force eine wissenschaftliche Methode, mit der man das menschliche Bewusstsein auf einer Skala von 1 bis 1000 skalieren kann. Dabei bedeuten Gewalt, Zwang und Druck ein niedriges und Energie, Macht und Potenz ein hohes Bewusstsein. Über verschiedene Zustände reicht die Skala von Scham und Schuld (ganz unten) über Stolz, Mut und Neutralität (mittel) zu den höchsten Bewusstseinsstufen der Freude, des Friedens und der Erleuchtung. Letztere haben spirituelle Heilige wie Jesus, Buddha oder Krishna erreicht. – Und David Hawkins schreibt: “Der gemeinsame Bewusstseinzustand der Menschheit verharrte bei 190 für viele Jahrhunderte und, interessanterweise, sprang zum heutigen Zustand von 207 innerhalb der letzten 10 Jahren” (Seite 85, frei übersetzt, Buch ist 1995 erschienen).

Andererseits hört man in den Medien zunehmend von Krankheiten der Menschen, die immer früher beginnen und welche die Menschen immer mehr belastet. Stephen Lewis beschreibt im Buch Sanctuary: The Path to Consciousness das Konzept der Lebensenergie, die für einzelne Menschen oder Menschengruppen gemessen werden kann. In seiner wöchentlichen Telefonkonferenz spricht er häufig von einer allgemeinen abnehmenden Lebensenergie, von Diabetes, welche zunehmend früher Menschen trifft oder vom Krebs, der schon lange keine Alterskrankheit mehr ist. Die Menschen, die sich nicht mit energetischer Heilung beschäftigen, gehen zunehmend schlecht damit um.

Im Diskurs mit Hans Kleinert wurde mir wieder bewusst, dass das göttliche Bewusstsein unendlich und allumfassend, zeit- und raumlos ist: Es ist die pure Potenz der unendlichen Möglichkeit.
Es ist.
Es ist.
Es ist (einfach).

Krankheit und Gesundheit, Freude und Leid, Liebe und Verdruss sind Teil desselben Kontinuums, das nirgendwo beginnt und niemals endet! Bewusstsein ist. Und jeder Mensch, jedes Tier und jedes Etwas ist Teil davon! Und egal, wie gesund oder krank die physische Realisation in dieser Raum-/Zeit-Erfahrung ist, sie kann das menschliche Bewusstsein steigern. Man ist eh’ Teil des Gesamten, immer und ewiglich. Das alte, wie das neue.

Ein wahres Mysterium des Erschaffens.

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2 Comments Add your own

  • 1. barbara seiler  |  2 September 2008 at 07:59

    “Wie kann das Bewusstsein sich entwickeln, wenn Leid und Krankheit vorkommen?”

    Guten Tag!

    ich glaube, dass Störungen – oder was als solche wahrgenommen wird – gerade dazu führen, dass überhaupt Entwicklung in Betracht gezogen wird. Denn wenn alles gut und störungsfrei abläuft… warum sich entwickeln und verändern?

    In der Skala von Hawkins gibt es einige Ebenen, die sich sehr gut anfühlen – zum Beispiel jene von 160 – 200, die Quintessenz der Erdebene, und wer darin lebt und deren Vorteile geniesst, wie zB materiellen Reichtum oder die Zugehörigkeit zu einer angesehenen oder gar elitären Gruppe, wird nichts verändern, ausser es gibt einen sehr guten Grund dazu – wie zB eben eine schwere Krankheit. Dasselbe gilt für die Quintessenz des Wassers, also die Ebenen 360-400, wo die Geborgenheit in einer Gemeinschaft gross und angenehm ist.

    liebe grüsse
    barbara

    Antworten
  • 2. Jochen  |  15 September 2008 at 18:57

    Liebe Barbara,

    herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Du schreibst: “ich glaube, dass Störungen – oder was als solche wahrgenommen wird – gerade dazu führen, dass überhaupt Entwicklung in Betracht gezogen wird. Denn wenn alles gut und störungsfrei abläuft… warum sich entwickeln und verändern?”

    Da hast Du absolut Recht damit. Die von uns erstellte und manifestierte Welt ist ein wunderbarer Erlebnispark, um sich entwickeln zu können. Jeder nimmt dabei einen anderen Ausgangspunkt, um sich durch die verschiedenen Ebenen der von Hawkins beschriebenen menschlichen Zustände entwickeln zu können: Wohl wissend, dass wir stets mit der unendlichen Urquelle verbunden sind.

    Im Urlaub hatte ich dann darüber nachgedacht, was diese Störungen sind und wie klein auch diese “Störungen” sein können… Jeder nicht göttliche und von Liebe vollkommen durchdrungene Gedanke ist eine Störung. Dazu möchte ich in einem kommenden Artikel was beschreiben.

    Bleib dran am Blog…
    Alles Liebe und Gute für Dich,
    Jochen

    Antworten

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